• Kolmården


    August, 2013
  • Grövelsjön


    Dezember, 2013
  • Abisko


    Juli, 2013
  • Vassijaure


    Juli, 2013
  • Idre Fjäll


    Januar, 2014
  • Junibacken


    Juli, 2015

Mittwoch, 9. Januar 2013

Öresundbrücke und Netflix

Durch Empfehlung von Arbeitskollegen haben Nadine und ich vor kurzem angefangen die Serie „Bron“ zu schauen. Das ist eine schwedisch-dänische Krimiserie von 2011 mit 10 Folgen, die bereits im Herbst 2011 im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Ich muss sagen, alle Achtung. Wirklich gut gemacht und spannend das Teil.

„Bron“ beginnt damit, dass auf der Öresundbrücke eine Frauenleiche gefunden wird. Der Körper befindet sich genau auf der Grenze zwischen Schweden und Dänemark und fällt sozusagen in den Zuständigkeitsbereich beider Länder. Wie sich dann aber herausstellt, gehört die obere Körperhälfte einer Politikerin aus Malmö und die untere Körperhälfte einer Prostituierten aus Kopenhagen. Für die Ermittlungen arbeitet die schwedische Ermittlerin Saga Norén (gespielt von Sofia Helin) mit dem dänischen Polizisten Martin Rohde zusammen. Sofia Helins Rolle ist etwas ungewöhnlich, da Sara offensichtlich das Asperger-Syndrom und Probleme mit ihrer sozialen Kommunikation hat. Das bekommt der dänische Teil des Teams am Anfang direkt zu spüren. In den bisherigen 4 Folgen, die wir gesehen haben, fühlt man sich etwas an den Film „Sieben“ erinnert. Der Täter treibt ein ähnliches Spiel mit den beiden Ermittlern.

Die Serie wurde mehrfach ausgezeichnet, z.B. als beste europäische Serie 2012 mit dem Prix Europa. Was Bron einzigartig macht, ist das sowohl Schwedisch als auch Dänisch gesprochen wird. Rechts und Links von der Öresundbrücke versteht man sich offenbar ganz gut. Wir können die Serie natürlich nur mit Untertiteln schauen. In Deutschland wurde „The Bridge“ im März 2012 vom ZDF ausgestrahlt, da das ZDF mit produziert hat. Da ich vermute, dass die Serie komplett ins Deutsche übersetzt wurde, fehlt leider der zweisprachige Flair. Inzwischen wird übrigens an einer zweiten Staffel gearbeitet, die im Herbst 2013 in Schweden gezeigt wird. Außerdem gibt es in diesem Jahr noch ein amerikanisches Remake (wird gern gemacht, siehe Insomnia, Girl with the Dragon Tatoo usw.) Das Remake mit Diane Kruger und Annabeth Gish spielt allerdings nicht in Skandinavien sondern an der Grenze zwischen den USA und Mexiko.

Um die Serie zu schauen habe ich mich extra bei Netflix angemeldet. Der Service ist seit Oktober 2012 in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland verfügbar. Für 79 SEK im Monat kann man (ähnlich wie bei Maxdome) zahlreiche Serien und Filme über Internet anschauen. Da wir zur Zeit 100 Mbit Glasfaser haben, gibt es auch keine Geschwindigkeitsprobleme bei Filmen in HD Qualität. Laptop neben den Fernseher, HDMI Kabel ran und fertig ist der Lack. Funktioniert auch prima über die Playstation 3. Netflix ist ziemlich aggressiv in den skandinavischen Markt reingegangen. Bereits existierende Anbieter wie Viaplay oder Voddler mussten teilweise mit den Preisen nachziehen. Gut für uns.

Dienstag, 8. Januar 2013

Eindecken in Deutschland

Langsam kehrt das Leben auf die Straßen von Stockholm zurück. Viele Schweden nehmen zum Jahreswechsel gerne zwei Wochen Urlaub. Da in Schweden der 6. Januar auch ein offizieller Feiertag ist, muss man (wenn er nicht gerade wie in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt) nur sehr wenig eigene Urlaubstage investieren, um zwei volle Wochen frei zu nehmen. Ich habe allerdings schon letzte Woche wieder angefangen zu arbeiten. Da war die Stadt noch ziemlich leer. Früh kaum jemand in der Tunnelbana. Abends kein Problem einen Parkplatz zu finden. Schon recht ungewöhnlich.

Dieses Jahr sind wir über Weihnachten mal wieder mit dem Auto nach Deutschland gefahren. Unsere favorisierte Route ist immer noch die Strecke über Dänemark. Von Stockholm nach Helsingborg. Von dort mit der Fähre nach Helsingør. Ab durch Dänemark nach Gedser und von dort mit der Fähre nach Rostock. Dann noch mal rund 2 Stunden nach Berlin. Es gibt viele andere Möglichkeiten mit dem Auto nach Berlin zu kommen, aber ich finde diese Variante ist eine gute Mischung hinsichtlich Kosten, Fahrzeit und Entfernung. Früher sind wir die komplette Strecke an einem Tag gefahren. Dafür braucht man ungefähr 12 Stunden und fährt fast 1000 km. Inzwischen haben wir es uns aber zur Angewohnheit gemacht eine Nacht im Hotel zu verbringen. Wir stoppen dann entweder in Scandic Helsingborg Nord oder im John Bauer Best Western in Jönköping. Das Scandic Hotel ist allerdings schon ziemlich abgewohnt und wirklich nur für einen kurzen Aufenthalt ohne Ansprüche zu empfehlen.

Nicht zuletzt wegen des günstigen Euro Kurses, lohnt es sich auch wieder extrem in Deutschland einzukaufen. Unser Auto war auf der Rückfahrt gut beladen. Zollkontrollen scheinen inzwischen auch eher die Ausnahme als die Regel zu sein. Wir sind auf unserer Tour nicht einmal vom Zoll kontrolliert worden. Natürlich hatten wir einiges an Bier an Bord. Vor dem Hintergrund eines baldigen Umzugs und zahlreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten fast schon Pflicht, dass man reichlich Bier im Haus hat. Leider hatte der Border-Shop in Rostock am 1.Januar geschlossen, sonst wäre das Auto wahrscheinlich noch voller geworden. Dafür habe ich an Bord der Fähre von Rostock nach Gedser noch zwei Stiegen schwedisches Bier gekauft. Mariestads Export, 24 Dosen 330ml für 12,50 Euro (ca. 13,30 SEK pro Liter). In Schweden kostet eine Dose 500ml der selben Sorte im Systembolaget 15,40 SEK (30,80 SEK pro Liter). Also fast zwei Drittel eingespart. Einen Euro billiger war übrigens die 24-er Box Carlsberg. Einen Euro teurer dagegen Becks und Heineken.

Zu guter Letzt haben wir uns auch wieder einige Lebensmittel mitgenommen, die man in Schweden nicht kaufen kann (zumindest habe ich sie noch nicht gefunden). Darunter Obazda, Lachsschinken, Nussschinken und Frischkäse mit weißer Schokolade. Leider alles nicht besonders lange haltbar.

Freitag, 21. Dezember 2012

Neuer Ausweis

In diesem Monat ist es genau 5 Jahre her, seit wir in Schweden Fuß gefasst haben. Daran wurde ich wieder erinnert, nachdem ich gesehen habe, dass mein Ausweis abläuft. In den letzten fünf Jahren hat sich in Schweden zum Glück einiges verändert, wenn es um den Personalausweis geht. Als wir Ende 2007 hier ankamen, gab es kein einheitliches und offizielles System für Personalausweise. Hauptsächlich waren es die Banken, die an ihre Kunden sogenannte ID-Karten vergeben haben. Das war für uns damals problematisch, da es als Neuankömmling schwer war ein Konto zu eröffnen. Die Swedbank wollte uns nicht. Wir sind dann erstmal bei der SEB gelandet. Damals konnten wir natürlich noch überhaupt kein Schwedisch. Die Frage nach dem Ausweis bei der SEB war dann auch so eine 50/50 Sache. Da die Bank an den ID-Karten gar nichts verdient, ist es öfters vorgekommen, dass man vom Bankberater mit einer Ausrede wieder nach Hause geschickt wurde. Irgendwie hatten wir aber damals durch Zufall jemand in einem deutschsprachigen Forum kennengelernt, die sich mit uns in der SEB Filiale am Karlaplan treffen wollte um als Dolmetscher zu fungieren. Mit ihrer Hilfe ging das auch prima über die Bühne und mein erster schwedischer Ausweis in Auftrag.

Den Ausweis benötigt man in Schweden relativ oft. Wenn man bei Post etwas abholen will, wenn man einen Vertrag unterschreibt, usw. Einfach immer dann wenn die eigene Identität überprüft werden soll. Auf der „Identitetskort „ steht nämlich auch immer die schwedische Personennummer mit drauf.

Nach einigen Jahren Grauzone wurde vom schwedischen Staat dann endlich eine offizielle Identitetskort eingeführt. Diese Karte kann von jedem beantragt werden, der eine Personennummer besitzt - welche in sich wieder Aufenthaltsgenehmigung oder Aufenthaltsrecht voraussetzt. Die ganze Geschichte läuft dann über das schwedische Finanzamt (Skatteverket). Deren Hauptsitz in Stockholm in der Magnus Ladulåsgatan habe ich selbst schon etliche Male wegen verschiedener Dinge aufgesucht. Was ich noch nicht wusste, um die Ausweise kümmert sich eine extra Abteilung mit separatem Eingang. Dieser befindet sich Södermalmsallén Ecke Västgötagatan. Bevor man dort hin geht, muss eine Anmeldegebühr in Höhe von 400,- SEK überwiesen werden. Die Bezahlung der Anmeldegebühr kann nur per Überweisung erfolgen. Vor Ort bezahlen geht nicht. Als Verwendungszweck gebt ihr bei der Überweisung auf das schwedische Konto des Finanzamts eure Personennummer an. Zum Nachweis müsst ihr einen Überweisungsbeleg ausdrucken und mitnehmen, wenn ihr einige Tage später zum Finanzamt geht. In der Regel sollte man 1-2 Banktage warten bevor man dort auftaucht, damit der Geldeingang sichtbar ist. Außerdem muss man einen Identitätsnachweis mitnehmen. Das kann ein deutscher Reisepass, deutscher Personalausweis, oder eben in meinem Fall mein alter schwedischer Ausweis sein.

Im Finanzamt angekommen, zieht ihr zunächst (wie in Schweden üblich) eine Nummer und wartet. Dann werdet ihr gemessen und Fotos von euch gemacht. Dummerweise hatte ich vorher selbst Passfotos machen lassen, da man vor kurzem selbst noch Bilder mitbringen musste. An vielen Fotoläden in Stockholm steht außerdem noch als Reklame dran: „Hier Bilder für den Ausweis“. Alles Nepp, die Fotos werden beim Beantragen gemacht. Nachdem der Antrag fertig ist und ihr digital unterschrieben habt, heißt es nach Hause gehen und warten. Nach zirka einer Woche bekommt man dann ein Schreiben vom Skatteverket. Dort steht dann sinngemäß so was drin wie „in fünf Tagen nach Erhalt dieses Briefes kannst du deinen Ausweis abholen“.

Die neue schwedische Identitätskarte beinhaltet sogar einen Chip, der zur Legitimation im Internet benutzt werden kann. Dieser Dienst heißt in Schweden e-legitimation und wird von vielen schwedischen Banken benutzt. Für den digitalen Dienst e-legitimation arbeitet das Finanzamt mit dem schwedischen Telekommunikationsunternehmen Telia zusammen. Von Telia bekommt man auch einen Brief zugeschickt, der einige PIN Codes zur e-legitimation enthält. Alles was man dann noch braucht ist ein elektronischer Kartenleser den man an den PC anschließt. Unterstützt werden die Modelle Gemalto PC USB TR Reader und Omnikey Cardman 3121. Ich habe mir bei Amazon in Deutschland den Omnikey Cardman 3121 bestellt, und deutlich weniger für das Gerät bezahlt als hier in Schweden. Allerdings habe ich bisher weder e-legitimation noch den Cardreader ausprobiert. Ich halte euch auf dem Laufenden. Ich benötige e-legitimation zum Zugriff auf mein Sparkonto bei der SBAB - die Bank mit der wir unser Reihenhaus finanzieren.

Montag, 17. Dezember 2012

Krank in Skandinavien

Nach fünf Jahren Skandinavien scheint mein Körper nun “endlich” auch im Norden angekommen zu sein. Meine sommerliche Gräser-Allergie war schon in den letzten beiden Jahren wieder deutlich zu merken, nachdem sie in den ersten Jahren so gut wie verschwunden war. Diesen Monat hat uns dann auch zum ersten Mal die Vinterkräksjukan erwischt. Das ist eine „Winterkrankheit“ die in Schweden zwischen November und April sehr häufig vorkommt. Bei uns im Büro waren viele Leute davon betroffen. Die Vinterkräksjukan ist super ansteckend und kann durch zwei Viren (Novovirus oder Sapovirus) übertragen werden. Zur Ansteckung reicht bereits indirekter Kontakt mit jemandem der infiziert ist. Also zum Beispiel wenn man etwas anfässt, das derjenige in der Hand hatte.

Angefangen hat alles in der Nacht zum Sonntag vor zwei Wochen. Man muss sich oft übergeben und bekommt Durchfall. Dazu kam bei mir noch 39 Fieber. Nadine und ich waren natürlich gleichzeitig krank. Lässt sich bei der Vinterkräksjukan irgendwie nicht vermeiden wenn man zusammen wohnt. Am ersten Tag der Krankheit will man irgendwie überhaupt nichts essen weil einem total übel ist. So in der Mitte des zweiten Tages hat bei mir der Appetit wieder eingesetzt. Bis einschließlich Mittwoch war ich krank zuhause. Leider ist es in Schweden ja immer noch so, dass man am ersten Krankheitstag kein Gehalt bekommt. Das ist dann der sogenannte Karenztag. An den folgenden Tagen bekommt man dann 80% des normalen Lohns vom Arbeitgeber, über einen Zeitraum von maximal 2 Wochen. Wenn man in dieser Zeit wieder arbeiten geht und dann innerhalb von 5 Tagen wieder krank wird, dann zählt das Folgeerkrankung - ohne weiteren Karenztag.

Nach Ablauf von 14 Tagen springt dann die Krankenkasse für den Arbeitgeber ein (Försäkringskassa). Von der erhält man dann etwas das sich Sjukpenning (Krankengeld) nennt. Die Berechnung vom Sjukpenning ist etwas komisch. Man erhält 80 Prozent von 97 Prozent seines Lohns, maximal allerdings 702 SEK pro Tag für jeden Wochentag. In der Praxis ist es allerdings oft so, dass der Arbeitgeber dann noch einen kleinen Betrag zum Sjukpenning dazusteuert. In den beiden schwedischen Firmen, in denen ich bisher gearbeitet habe, wurde so viel zum Sjukpenning dazugegeben, dass man auf 90% seines Lohns kam.

In Norwegen ist das alles deutlich arbeitnehmerfreundlicher geregelt. Man bekommt im Krankheitsfall das volle Gehalt bezahlt. Man kann sich 4 Mal im Jahr und jeweils maximal 3 Tage lang krank melden ohne zum Arzt zu gehen (Egenmelding). Nach 3 Tagen, oder wenn man schon mehr als 4 Mal im Jahr krank war, braucht man ein ärztliches Attest. Der norwegische Arbeitgeber zahlt für seinen kranken Angestellten in den ersten 16 Tagen. Danach übernimmt wie in Schweden die Krankenkasse und zahlt bis zu einem Jahr das volle Gehalt. Allerdings ist das „volle Gehalt“ auch in Norwegen gedeckelt. Man hat einen Maximalanspruch auf den sechsfachen Grundbetrag im „Folketrygden“. Der Grundbetrag lag 2012 bei 6.843,50 NOK im Monat. Nach Adam Riese erhält man also höchstens 41.061 NOK vor Steuern im Monat. Ein schönes Beispiel für das Gleichheitsprinzip der skandinavischen Gesellschaften. Wer mehr verdient, muss mehr abgeben. Alle anderen bekommen ihr volles Gehalt. Auf der anderen Seite habe ich erlebt wie das norwegische System ausgenutzt wird. Ich denke in Schweden bleibt man nur zuhause, wenn man wirklich krank ist. Wie dem auch sei, ich hoffe die Vinterkräksjukan geht an euch vorbei.

Dienstag, 27. November 2012

Der schärfste Hotdog der Welt


Wie in den meisten schwedischen IT-Firmen gibt es bei uns auch das “Fredagsöl”. Man trifft sich Freitags nach der Arbeit in der Küche und trinkt zusammen Bier (auf Kosten der Firma versteht sich). Da wir so viele Leute sind, machen wir das aber nur einmal im Monat. Jedenfalls wurde ich letztes Mal mit einer Attraktion der anderen Art in Stockholm bekannt gemacht. Mehrere Kollegen erzählten mir von einer Hotdog Challenge, die ab und an stattfindet. In den Nächten zu Samstag und Sonntag steht in Gamla Stan nämlich ein Hot Dog Stand, an dem der schärfste Hotdog der Welt verkauft wird. Der Stand heißt Helldog Hot Dog und befindet sich direkt neben dem Restaurant und Nachtklub Engelen am Eingang nach Gamla Stan. Eine prima Idee falls jemand mal einen Junggesellenabschied in Stockholm plant.

Das Objekt der Begierde nennt sich bezeichnenderweise Harakiri Wurst. Ich muss dazu sagen, dass ich den Harakiri Hot Dog selbst noch nicht gegessen habe und auch nie essen werde. Glücklicherweise kann ich es auf meine nicht mehr vorhandene Galle schieben. Ohne die soll man nämlich scharfes Essen vermeiden. Alle meine Informationen stammen also aus Erzählungen und Videos. Bevor man sich den Harakiri Hot Dog reinpfeift, muss man zunächst ein Erklärung zum Haftungsausschluss unterschreiben. Damit könnt ihr den Verkäufer also nicht mehr auf Schadensersatz verklagen falls euch beispielsweise der Magen ausgepumpt werden muss (weil ihr keine Galle mehr habt). Der Hotdog selbst wird nur mit Handschuhen verzehrt. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken aber abgehen. Wie kann man bitte etwas essen, das man nicht unbedingt an die Finger kriegen sollte. Die Handschuhe sind als Vorsichtsmaßnahme gedacht, falls man sich danach anfängt in den Augen zu reiben.

Seine Schärfe bezieht der Harakiri Hot Dog hauptsächlich aus der extra produzierten Wurst, für deren Herstellung unterschiedliche Extrakte und Chilli verarbeitet werden. Die Schärfe der verarbeiteten Zutaten liegt zwischen 1.000.000 und 2.900.000 Scoville. Das entspricht einer mit Pfefferspray vergleichbaren Schärfe. Wer den Hotdog innerhalb von 90 Sekunden verputzt, erhält sogar ein T-Shirt zur Erinnerung. Natürlich halten nur wenige Teilnehmer durch. Für alles weitere schaut euch einfach die beiden Videos an. Im ersten Video testet Håkan die Harakiri Korv. Håkan ist normalerweise Barkeeper auf der Cinderella, wurde aber durch das schwedische Fernsehen bekannt. Er hat in zwei Reality Serien mitgespielt - Färjan und Håkans Bar. Im zweiten Video wird die Harakiri Wurst von einigen Teilnehmern in 90 Sekunden verspachtelt.



Dienstag, 20. November 2012

Let's Meetup

Eine Sache die ich neu für mich entdeckt habe, seit wir wieder in Stockholm wohnen ist meetup.com. Das so eine Webseite auf der jeder der Lust hat eine Gruppe bzw. Interessengemeinschaft gründen kann. Danach werden mehr oder weniger regelmäßige Treffen - die Meetups - organisiert. Die Mitglieder der Gruppe werden per Email über die Treffen informiert und können sich dann daran teilnehmen oder nicht.

Ich benutze das zur Zeit rein beruflich und nehme an den Treffen der Django Stockholm Meetup Group und der Stockholm Python User Group teil. Beide Meetup Gruppen drehen sich um das Programmieren mit Python. Man trifft sich in der Regel abends 18 Uhr und hört sich ein paar Vorträge an, redet mit anderen Entwicklern oder programmiert ein bisschen auf seinem Laptop. Diese beiden Meetups haben meistens auch eine Sponsor Firma, die ihr Räume zur Verfügung stellt und Essen und Trinken stiftet. Dadurch trifft man nicht nur nette Programmierer, sondern kann auch potentielle neue Arbeitgeber kennenlernen. Das erste Django Meetup bei dem ich dabei war fand mit ca. 10 Leuten in den Räumen von 23C in der Drottninggatan statt. Mein erstes Meetup mit der Python User Group stieg vor einer Woche bei Omnicloud in Gamla Stan. Die Treffen dieser Gruppe sind, da die Gruppe über 400 Mitglieder hat, in der Regel extrem schnell ausgebucht. Die 50 verfügbaren Plätze bei Omnicloud waren innerhalb von 8 Minuten belegt. Wenn man keinen Platz mehr ergattern kann, kommt man übrigens auf eine Warteliste. Falls jemand nicht zur Veranstaltung gehen kann und seine Anmeldung zurückzieht, rückt der erste Kandidat von der Warteliste auf. Bei diesen beiden Meetup Gruppen werden die Namen der Besucher vor Ort auch gar nicht mit den Anmeldungen abgeglichen. Die Schweden vertrauen einfach darauf das man nur hingeht wenn man bestätigt wurde.

Jedenfalls habe ich gesehen das es auch ein paar Meetups für Auswanderer und Neuankömmlinge in Stockholm gibt. Dort kann man sicher auch andere Deutsche treffen. Beispielsweise die Stockholm Expat Meetup Group mit über 2.500 Auswanderern aus Stockholm. Die Treffen dieser Gruppe laufen sicher etwas anders ab also die Treffen der Python oder Django Meetup Gruppe. In der Regel gibt es keine Vorträge, sondern man verabredet sich in irgendeiner Bar oder Club zum quatschen und Leute treffen. Für alle die Schwedisch lernen bzw. verbessern wollen ist die Gruppe Language Exchange Stockholm interessant. An verschiedenen Tagen werden dann verschiedene Sprachen gesprochen. Für Deutsch-Schwedisch kann man zum Beispiel am Mittwoch oder Sonntag hingehen. Ich denke zu dieser Gruppe gehen auch viele Schweden die eine Fremdsprache üben wollen. Umgedreht ist das aber auch eine schöne Gelegenheit sich auf Schwedisch zu unterhalten.

Donnerstag, 15. November 2012

Rechnungslos

Vor anderthalb Monaten habe ich mich zu einem Mobilfunkvertrag breitschlagen lassen. Das ist das erste Mal in Schweden das ich einen Vertrag habe. In den letzten drei Jahren habe ich ausschließlich via Prepaid Karte telefoniert. Dank Skype haben wir dieses Mal in Stockholm auch gar keinen Festnetzanschluss mehr angemeldet. Telefonieren ist also nur über Handy möglich. Ich denke das machen viele Schweden inzwischen so.

Mein Mobilfunkbetreiber Comviq ist übrigens der selbe, von dem ich schon die Prepaid Karte hatte. Comviq hängt irgendwie bei Tele 2 mit drin und nutzt deren Netz. Von Kollegen habe ich mir sagen lassen, dass Tele 2 die schlechteste 3G und 4G Abdeckung in Schweden hat. Da ich das Handy aber selten außerhalb von Stockholms Län benutze sollte das kein Problem sein (hoffe ich). Comviq ist übrigens auf das Prepaid (Kontantkort) Geschäft spezialisiert und hat aktuell nur einen einzigen Vertrag im Angebot. Comviq Fastpris kostet mich 245,- SEK im Monat und beinhaltet mehr oder weniger alle Gespräche, SMS sowie das Surfen innerhalb Schwedens. Eine Bindungsfrist gibt es nicht. Man kann jeden Monat kündigen. Dafür gibt es bei Abschluss allerdings auch kein neues Handy. Das ist okay für mich, da ich mir bereits in Deutschland ein Motorola Razr Maxx geholt habe. Man muss ja den schlechten Euro Kurs ausnutzen.

Jedenfalls bekomme ich letzte Woche Freitag eine SMS von einer unbekannten Nummer. Sinngemäß folgender Wortlaut: „Du hast eine unbezahlte Rechnung in Höhe von 294,- SEK von uns erhalten. Nicht vergessen zu bezahlen, sonst müssen wir dir eine Erinnerungsgebühr aufs Auge drücken. Dein Comviq Team“ Die Bankdaten zur Bezahlung standen ebenfalls in der SMS. Da das meine erste Mobilfunk Rechnung gewesen wäre, wusste ich genau, dass ich bisher keine Rechnung auf Papier oder als e-Faktura bekommen habe. Coolerweise haben inzwischen sehr viele Unternehmen in Skandinavien einen Kundendienst Chat in ihre Webseite integriert. Das hat uns besonders in Norwegen sehr geholfen. Eine fremde Sprache lesen und schreiben fällt mir jedenfalls einfacher als am Telefon reden und verstehen zu müssen. So einen online Chat habe ich schon von Skandiabanken (Bank), Canal Digital (Fernsehen) und eben Comviq (Telefon) genutzt.

Auf meine Nachfrage wegen der Rechnung bekam ich folgende Antwort. „Ja wir hatten in den letzten Tagen ein paar Probleme mit dem Versand von Rechnungen und Erinnerungsschreiben. Bezahle einfach was in der SMS steht.“ Ich so – ja kein Problem kann ich machen. Aber kriege ich dann wenigstens nachträglich noch eine Abrechnung? Ich würde gerne sehen wie sich die Summe zusammensetzt. „Nein, kriegst du nicht.“ Ziemlich direkt und auf die hemdsärmelige Art, sogar für Schweden. Ich frage mich, wie sie überhaupt jemandem eine Mahngebühr aufdrücken können ohne jemals eine Rechnung versendet zu haben. Jeder Depp kann schließlich SMS fingieren und diese mit Comviq unterschreiben. Aber gut, im Endeffekt genau das was ich von diesem Mobilfunkanbieter erwartet habe.