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Freitag, 17. September 2010

Svensexa in Stockholm

So nachdem es ja hier einige Monate mehr oder weniger Funkstille auf dem Blog gab, haben wir uns vorgenommen wieder regelmäßig zu schreiben. Ich werde gleich einmal anfangen, den Sommer aufzuarbeiten und über meinen Jungesellenabschied (Svensexa) in Stockholm berichten, der von Arbeitskollegen organisiert wurde.

Anders als bei meinem eigentlichen Jungesellenabschied in Berlin, hatte ich diesmal wirklich keine Ahnung davon, was mich an diesem sonnigen Freitag im Juli erwarten sollte. Mein Chef hatte mir für Freitag 16:30 Uhr ein Meeting in den Kalender eingetragen, was ungewöhnlich war, mir aber nicht weiter auffiel. Etwas eigenartiger war dagegen, daß er wegrannte als ich mich dem Konferenzraum näherte um 16:29 Uhr näherte. Ich fragte ob wir nicht ein Meeting hätten, er "doch, doch". Kurz darauf wurden die Karten auf den Tisch gepackt, es gab kein Meeting sondern es war Zeit für die Stagparty! Ich bekam ein Chicago Bulls Trägershirt und einen 70ziger Jahre Filzanzug mit Aufkleber "Svensexa" übergeholfen. Ein Aktenkoffer wurde mit Kabelbinder an meinem Arm befestigt. Ich bekam einen Cowboyhut aufgesetzt und meine erste Aufgabe in die Hand gedrückt. Ziel 1: gehe alleine in die Central Station zum Schließfach 59 und hole dort deine nächste Aufgabe. Klang, vom peinlichen Outfit abgesehen, nicht besonders schwer. Dummerweise kamen nach 5 Minuten aus dem, am Handgelenk angebundenen Aktenkoffer, laute Töne pornografischer Natur. Da sich der Koffer nicht öffnen ließ, ging es nur Augen zu und durch zum Schließfach 59. In der Innenseite des Schließfaches war der Juli aus einem Sexkalender angeklebt. Glücklicherweise gab es dort eine Schere um den Kabelbinder zu entfernen. Dadurch ließ sich auch der Koffer öffnen und die "Musik" ausmachen. Inzwischen hatte ich bereits einige Blicke auf mich gezogen.

Meine nächste Aufgabe bestand darin, zum U-Bahnhof Slussen zu fahren und von dort weiter mit dem Bus in Richtung Erstagatan. Die Zeit auf dem U-Bahnhof verging irgendwie gar nicht. Freitag Nachmittag zur Rush Hour sind die U-Bahnen auch nicht wirklich leer. Ich überlegte bereits, wie es meine Kollegen geschafft hatten, die U-Bahn so lange zurückzuhalten, aber nach gefühlten 10 Minuten kam sie endlich. Coolerweise wird man in der Bahn gar nicht so komisch angeschaut, die meisten Leute sind wohl schlimmeres gewohnt. Der Bus kam relativ schnell und nach weiteren 10 Minuten konnte ich Erstagatan aussteigen. Ich betätigte die Fußball-Hupe die ich im Schließfach gefunden hatte und bekam meine nächste Aufgabe per SMS. Diesmal sollte ich in den Tabakladen Erstagatan Ecke Bondegatan gehen und den Verkäufer nach weiteren Instruktionen fragen. Dieser war glücklicherweise eingeweiht. Nicht auszumalen, falls er unbeteiligt gewesen wäre und ich ihn auf Schwedisch hätte aufklären müssen. Der letzte Auftrag war einfach. Ich sollte einfach zur Sofia Kyrka laufen, wo die anderen dann im Park auf mich warteten. Der Rest des Abends lief dann eher unspektakulär auf eine Sauftour hinaus. Zunächst hieß es etwas "vorglühen" im Park, dann ging es zu Fuß zum Boule och Berså, einer netten Outdoor Bar wo man direkt neben dem Kanal zum Hammarby Sjö Boule spielen kann. Trotz gestiegenen Alkoholpegels landeten keine Boule Kugeln im Wasser. Gegen halb Zehn verabschiedeten wir uns und nahmen den Bus Richtung Mosebacke, der Bar mit einer der besten Aussichten über Stockholm. Obwohl der Außenbereich relativ groß ist, war der Mosebacke an diesem Abend rammelvoll. Wir hatten trotzdem Spaß. Man glaubt nicht wie leicht es ist mit Leuten ins Gespräch zu kommen, wenn man ein Chicago Bulls Shirt an hat. Das Team hat echt viele Fans.

Nachdem sich unsere Runde schon deutlich gelichtet hatte, zogen wir gegen 1 Uhr weiter Richtung Medborgarplatsen zum Kvarnen, einer bei Bajen Fans bekannten Kneipe, in der sogar eine Szene aus dem Film "Snabba Cash" gedreht wurde. Dort gab es nicht nur neue Getränke, sondern auch eine kleinere Tanzfläche im Keller. Der Abend endete gegen halb vier. So oder so ähnlich laufen Jungesellenabschiede in Schweden ab. Mir wurde allerdings gesagt, daß der erste Teil mit den Aufgaben sehr oft noch weiter ausgebaut wird und nicht selten unangenehmer für den Jungesellen endet.

Hochzeitsbericht Teil 2

Mein Kleid hatte ich im Internet bestellt. Ich wollte keine 1000.- Euro für ein Kleid ausgeben, was ich nur einen Tag an habe. Also schaute ich mich lange um, eher ich mich entschieden habe. Ich war auch in einem Brautladen, der heisst BridalOutlet, aber da fand ich es nicht so gut.

Ich fand 5 Kleider auf einer Webseite die mir auf Anhieb gefielen und mit Hilfe meiner Trauzeugin, fand ich das perfekte Kleid. Reik musste dann nur noch meine Masse nehmen und schwubs war es bestellt. Lieferzeit 12 Wochen. Man war ich nervös als es nicht genau an dem Tag ankam als 12 Wochen vorbei waren. Es kam 2 Tage später an :-). Es war ein kleines Packet aus China. Als ich das Kleid auspackte war ich super zufrieden.

Es sah toll aus, es fühlte sich toll an und es passte sehr gut. Ich war einfach nur happy.

Zurück zum 14. August. Nachdem meine Trauzeugin und eine andere Freundin mir beim Kleid anziehen geholfen haben, habe ich beide runtergeschickt und bin zum Treffpunkt gegangen. An diesem Treffpunkt warteten bereits mein Vater und meine Blumenkinder. Zusammen mit ihnen ging es hinunter zum Wasser, wo alle anderen schon warteten.

Reik sah wirklich toll aus, nur mal so nebenbei. Roland, der Vigselförrättare, hielt die Trauung zwar nicht ganz wie abgesprochen, aber trotzdem schön. Und die beauftragte Sängering Ann-Sofie Wensbo übertraf unsere Erwartungen. Es war ebenfalls rundum gelungen.

Nach der Trauung und dem Anstossen mit Familie und Freunden, sollten die Fotos gemacht werden. Also wer mich heute fragt, der sollte nicht am Fotografen sparen. Im Endeffekt war sie nicht schlecht, aber Qualität und auch ihr Erscheinungsbild lassen wirklich zu wünschen übrig. Aber sie war für viele Gäste der Brüller.

Die Fotosession fing jedenfalls ganz gut an. Wir sollten gemeinsam über eine Wiese laufen. Danach sollte ich mich quer auf eine Bank legen. Die ist durch einen minimalen Abhang gleich erst mal samt mir umgefallen. Das war nicht unbedingt ganz so lustig. Eine zweite Bank daneben und dann ging es auch. Reik sollte dann von oben herab kommen und meine Schulter küssen. Blöde Bilder, wirklich blöd.

Um 14:00 Uhr kam dann die bestellte Torte und da strahlten wir dann auch schon wieder, denn sie war der Hammer. Katarina von Cakehouse Katarina hat sich wirklich alle Mühe gegeben und wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Und lecker war sie auch noch.

Um 14:45 Uhr mussten sich dann alle nochmal umziehen, was ja nicht schlecht war, denn bei 30 Grad sind Anzug und Krawatte doch etwas lästig. Nur ich wollte mein Kleid nicht ausziehen. Dann kam unsere geplante Aktivität.

ÖppetHav organisiert für Unternehmen meist Aktivitäten, die die Teambuildung stärken sollen. Eine Aktivität heisst ”Upddrag”. Dort müssen die Teams verschiedene Aktivitäten durchführen und so ihren Auftrag erfüllen. Wer die meisten Punkte und Aktivitäten geschafft hat, gewinnt. Das fanden wir gut und so buchten wir das. Es ging mit Siegerehrung 2 Stunden und alle waren super begeistert und voll dabei. Die Kommunikation zwischen Deutschen und Schweden stimmte total.

Um 18:30 Uhr war dann Abendessen und um 20:00 Uhr kam der DJ zum Aufbauen. Um 21:00 Uhr startete dann die Party mit unserem Eröffnungstanz. Wir hatten 2 Privatstunden und das musste reichen. Wir haben wohl den Takt nicht gehalten, aber die Schritte sassen. Und das Wichtigste, es hat Spass gemacht. Die Party ging dann bis 2:00 Uhr und wurde mit Feuerwerk und Spielen gekrönt.

Alles in allem, bis auf ein paar gebrochene Absprachen, war es unsere kleine persönliche Traumhochzeit. Wir sind zufrieden. Unsere Hochzeitsreise wollen wir übrigens nach Ras al Khaimah machen.

Der Hochzeitsbericht Teil 1

Nachdem wir lange nichts von uns hören haben lassen, kommt hier nun endlich der Bericht über unsere Hochzeit. Am Donnerstag den 12. August kamen bereits einige der deutschen Gäste mit dem Flieger an und wir beschlossen, bei uns zuhause einen Grillabend zu veranstalten.

Das hatte den Vorteil, dass einige Verwandte die noch nie hier waren, unser Haus sehen konnten. Dieser Abend wurde dann gegen 1Uhr am morgen beendet und die Trauzeugen blieben über Nacht bei uns und während der Rest Richtung Värmdö ins Hotel verschwand.

Freitag folgten wir dann zum Hotel. Unser Hochzeitswochenende sollte ja im Hotel Skeviks Gård stattfinden. Ein tolles Hotel, gelegen an den Schären, mit wunderschönen roten Holzhäusern. Echt schwedisch halt.

Für unseren grossen Tag musste am Freitag ja noch das Zelt am Wasser aufgebaut werden, aber ansonsten sollte es ein gemütliches einstimmen auf den Samstag werden. Am Abend waren dann auch alle Hochzeitsgäste angekommen und wir luden zum Grillabend.

Nach dem Essen hatten Reik und ich uns einen netten gemütlichen Abend vorgestellt und hatten den Plan früh schlafen zu gehen, um am Samstag fit zu sein. Da hatten wir aber nicht mit unseren Familien und Freunden gerechnet. Einige hatten Porzellan im Koffer mitgebracht und meine Mutter und Reik`s Schwester sind Freitag Nachmittag noch in Gustavsberg rumgefahren und haben weiteres Porzellan gekauft. Und richtig, es wurde plötzlich gepoltert. Zudem musste ich, da ich meinen Junggesellinenabschied verpasst habe, den Leuten allen möglichen Krims Krams verkaufen. Aus Mitleid und meiner guten Verkaufstatik kam dabei auch gutes Geld raus. Somit hatte ich 2 Aufgaben, Porzellan zusammenfegen und nebenbei meinen Laden am Laufen halten.

Die Angestellten des Hotels wussten zwar dass die Familie Porzellan zerschmettern will, aber ich glaube richtig kommen sehen was genau da passiert, haben sie nicht.

Da das von uns mühsam aufgefegte Porzellan aber auch immer wieder umgekippt oder neues Porzellan rausgeholt und zerschmettert wurde, kamen wir schliesslich Reik`s Nichten und Neffen Geld und liessen die Arbeit für uns machen. Kinder bekamen Geld, Erwachsene nen Schnaps. Reik und ich waren fertig.

Die Nacht vor der Hochzeit hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Ich dachte, ich kann vor Aufregung gar nicht schlafen. Dem war aber nicht so. Es dauerte nur eine halbe Ewigkeit bis ich einschlafen konnte, aber dann schlief ich auch. Um 7:00 Uhr war die Nacht am grossen Tag, den 14. August 2010, dann aber schon vorbei.

Duschen, Reik wecken und dann ab zum Frühstück. Ich kann mich kaum noch an das Frühstück von Samstag erinnern, fällt mir grad auf. Aber um 9:00 Uhr kam die Stylistin für meine Mutter und um 9:30 Uhr kamen dann meine Stylistin und die Fotografin.

Eigentlich hatten wir mit dem Värmdö Skönhetsvård vereinbart, dass sie kommen und mich und weitere 6 Gäste stylen, aber die haben mal ganz kurzfristig den Preis erhöht. Das fand ich so doof, dass ich ihnen kurzerhand abgesagt habe. So geht man einfach nicht mit Kunden um, find ich.

Meine Stylistin war nett und hiess Emmy. Sie hat ihn Amerika eine Ausbildung zur Make-Up Artistin gemacht und sie war auch gut. Haare hat sie halt nicht so gut hinbekommen, aber das hatte sie auch vorher schon angekündigt. Das hatte zur Folge, dass mein Schleier an dem Tag immer wieder abgerutscht ist, leider auch während der Trauung.

Um 11:30 Uhr hiess es dann Kleid anziehen, da Haare und Make-Up fertig waren.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Keine schöne Zugreise

Die Temperaturen sind seit Tagen ungewöhnlich hoch für Stockholm. Gestern waren auch wieder über 30 Grad auf dem Thermometer. Nicht so schön hatten es einige Zugreisende, die gestern im X2000 von Stockholm nach Göteborg festsaßen. Zirka 20 Minuten nachdem der Zug Stockholm verlassen hatte, ging der X2000 zwischen Flemingsberg und Södertälje kaputt. Flemingsberg liegt südwestlich von Stockholm, in der Nähe von Huddinge, noch im Bereich der Pendlerzüge.

Zunächst gab es noch Essen und Erfrischungen für die Reisende aber die Vorräte gingen schnell zu Ende. Nach einer Weile fiel die Klimaanlage aus. Das Zugpersonal weigerte sich wegen Sicherheitsbedenken die Türen zu öffnen. Der Zug stand wohl an einer ungünstigen Stelle. Rechts und links Gleise, zwischen zwei Tunneln - oder so ähnlich. Jedenfalls stiegen die Temperaturen schnell auf um die 60 Grad an. Ein Reisender soll angeblich mit einer Notfall-Axt ein Fenster eingeschlagen haben. Nach sechs! Stunden fuhr der Zug langsam nach Södertälje weiter. Eine Person wurde ins Krankenhaus gebracht, die Anderen setzten die Reise in einem anderen X2000 nach Göteborg fort.

Dummerweise ging auch dieser Zug 80 Kilometer vor Göteborg kaputt, so daß die armen Passagiere auf Pendlerzüge ausweichen mussten. Nach 13 Stunden erreichten die Reisenden Göteborg, um 3:10 Uhr am Morgen. Als Ausgleich gab es einen SJ Gutschein in Höhe von 200 SEK und Erstattung für die Tickets.

Probleme mit den X2000 Zügen sind keine Seltenheit. Sogar Nadine, die höchstens einmal im Jahr Zug fährt, war bereits betroffen. Auch im Pendelverkehr gibt es regelmässig Probleme. Der komplette Winter war eine Katastrophe für SL. Jetzt wo die Temperaturen ungewöhnlich hoch sind, treten auch schon wieder Komplikationen mit dem Pendeltåg auf. Aufgrund der Wärme öffnen sich die Türen nicht mehr (wie gewohnt) automatisch, sondern nur noch auf Knopfdruck. Keine große Sache eigentlich, wenn es dabei bleibt!

Freitag, 2. Juli 2010

Parkticket von Q-Park

Am 07.Mai wollte ich Reik von einem Hammarby Spiel abholen und bin Richtung Globen gefahren. Ich wartete dann in Johanneshov am Pastellvägen dass er endlich kommt. Er kam aber nicht. Also rief ich ihn an und hörte, dass er noch in den „Globen Star“ mit Kumpels gegangen sei und ich solle doch bitte auch hinkommen.

Also parkte ich das Auto auf dem Q-Park Parkplatz. Genug Kleingeld in der Tasche war ich bereit eine Menge Geld zu bezahlen. Leider nahm der Parkticketautomat gar kein Kleingeld, sondern nur Karten. Aber er akzeptierte auch nicht jede Karte, sondern nur Kreditkarten und die hatte ich nicht.

Was blieb mir also übrig als das Auto abzustellen und zu hoffen dass keiner von Q-Park kommt. Aber es kam natürlich einer. Der Spass sollte 475 Schwedische Kronen kosten. Reik fand es am nächsten Tag weniger lustig.

Glücklicherweise kann man auf der Webseite von Q-Park Einspruch gegen Parktickets einlegen und das haben wir am 08.Mai auch sofort getan. Besser gesagt Reik hat es getan. Am 04.Juni kam dann endlich das Urteil. Es war natürlich gegen uns und wir sollten innerhalb der nächsten 10 Tage bezahlen. Als Grund gaben sie an, dass man, wenn man einen Fehler am Gerät feststellt, anrufen soll. Das hat mich so sauer gemacht, dass ich noch einmal einen Einspruch eingelegt habe und erklärt habe, dass es keinen Fehler gab. Nicht jeder Mensch hat halt eine Kreditkarte.

Wie mussten wir uns in Geduld üben. Am 01.Juli kam dann die nächste Nachricht von Q-Park. Wir brauchen den Strafzettel nicht bezahlen, aber in Zukunft anrufen wenn wir einen solchen Fehler entdecken.

Man redet gegen die Wand, gewinnt aber irgendwie. Ich bin jedenfalls glücklich mit der letzten Entscheidung.

Montag, 28. Juni 2010

Fussballfieber

Okay, nach dem tollen Achtelfinalspiel gegen England gestern, ist auch bei mir definitiv das WM Fieber ausgebrochen. Leider wurde das Spiel nicht im ZDF, dem einzigen deutschen Sender den wir haben, übertragen. Die schlechte Bildqualität von TV4 analog war schnell vergessen. In Schweden werden die Spiele der WM entweder auf den beiden staatlichen Sendern SVT1 + 2 oder eben auf TV4 übertragen, so ähnlich wie in Deutschland mit ARD, ZDF und RTL. Komischerweise beginnen einige Spiele auf einem der beiden SVT Sender, werden dann aber plötzlich mitten im Spiel abgebrochen und auf dem anderen Kanal fortgesetzt. Etwas ungewöhnlich.

Jedenfalls verbrachte ich gestern die letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit mit Beantworten von SMS an schwedische, englische und polnische Arbeitskollegen. Ziemlich blöd, wenn man auf die SMS vom englischen Kollegen "Did England leave their defense in the hotel" ausführlich aber in langsamer Tippgeschwindigkeit antworten will und das 2:1 für England fällt. Da fiel mir nur noch ein "Offense is there at least" ein. In der Halbzeitpause gab es dann ein aufgebrachtes Telefonat mit besagtem Arbeitskollegen. Ich hätte schwören können, dass England in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter zum Ausgleich zugesprochen bekommt. Dieser blieb aber zum Glück aus.

Danach ging der Abend mit der Übertragung vom Hammarby IF Heimspiel in die nächste Runde. Kurioserweise zeigte Bajen, die seit diesem Jahr nur noch in der zweiten schwedischen Liga kicken, die beste Saisonleistung und gewann ebenfalls mit 4:1. Ich hoffe stark, dass damit der Knoten endlich geplatzt ist und an den nächsten Spieltagen der Anschluss zur Spitze hergestellt wird. Zweimal getroffen hat gestern auch wieder Hammarbys Supertalent Linus Hallenius, der die Torschützenliste anführt. Hallenius kam Mitte 2009 zu Bajen und besitzten einen Vertrag über dreieinhalb Jahre. Sein Marktwert wird inzwischen auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt, was für schwedische Verhältnisse sehr hoch ist. Ich denke wenn er so weiter spielt, werden europäische Vereine auf ihn aufmerksam werden. Auf der Wunschliste bei den schwedischen Vereinen der ersten Liga, ist er sicherlich schon zu finden. Hier sein Supertor aus der letzten Woche, was bis jetzt als schönstes Tor der diesjährigen Superettan gilt.

Für Stockholm Touristen, die ein authentisches Hammarby Trikot mit nach Hause nehmen wollen, kann ich den Hammarby Fanshop in der Hornsgatan 98 empfehlen. Der Shop liegt 100 Meter vom U-Bahnhof Zinkensdamm (rote Linie) entfernt. Das Retro Shirt habe ich selbst. Sehr gelungen finde ich auch das Omstart (Neustart) Shirt für die Saison 2010 in der zweiten Liga.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Angelurlaub Nachtrag















Vor ein paar Wochen hatte ich darüber geschrieben, dass wir in Schweden angeln fahren wollen. Das haben wir inzwischen auch getan und es war wirklich ein total schöner Urlaub. Aber von vorne. Ganz am Anfang, ich glaube es war Herbst 2009, hatten wir uns ein Ferienhaus in Kringelfjorden ausgesucht. Die Buchung lief über die deutsche Webseite von Novasol. Die Miete lag bei rund 340 Euro und musste in zwei Raten per Überweisung erbracht werden. Ich habe inzwischen aber herausgefunden, dass es preiswerter sein kann, wenn man sich z.B. auf blocket.se nach einen Fritidshus umschaut.

Zwei Monate vor Urlaubsbeginn habe ich mir über billiger-mietwagen.de noch einen Mietwagen in Stockholm gesucht. Die Buchung lief über Auto Europe als Zwischenhändler. Im Endeffekt haben wir einen Skoda Yeti von Europcar am Flughafen in Arlanda bekommen. Preis pro Woche etwas über 400 Euro. Es war sehr gut ein SUV/Jeep ähnliches Auto zu holen, da viele Strassen dort oben nur befestigte Sandwege sind. Sehr oft wird auch einfach nur Split oder grobe Steine zur Befestigung aufgeschüttet. Das gilt natürlich nur, wenn man die Hauptstrassen verlässt und zum Beispiel in den Wald fährt.

Kringelfjorden liegt sehr nahe bei Idre Fjäll, zirka 450 km von Stockholm entfernt. Als Fahrzeit muss man 6 Stunden mit Pausen einplanen. Wir sind direkt nach GPS gefahren, von Arlanda aus nach Gävle, Sandviken, Falun, Rättvik, Mora, Älvdalen, Särna, Kringelfjorden. Falun ist übrigens eine sehr schöne Stadt. Sie haben eine grosse Ski-Schanzenanlage, die man besichtigen kann sowie das Kupferbergwerk. Ausserdem richten sie 2015 die Skiweltmeisterschaft aus - spannend. Mora ist auch ein nettes Städtchen. Dort findet man unter anderem das Anders Zorn Museum. Zorn ist einer der bekanntesten schwedischen Maler. Andere Sehenswürdigkeiten auf der Fahrt: Dragon Gate südlich von Gävle an der E4 und die Mackmyra Destillerie in Valbo an der Strasse 80 zwischen Sandviken und Gävle.

Jedenfalls kamen wir irgendwann in Kringelfjorden an. Der Ort besteht eigentlich nur aus sehr vielen Bungalows und Hütten, die im Wald verteilt sind. Der Österdalälven fliesst direkt dran vorbei und von dort aus immer weiter nach Süden bis runter nach Uppsala. Wir hatten das "Pech", dass wir nur eine Woche nach der Schneeschmelze angekommen sind. In Idre und Umgebung muss man bis in den Mai mit Schnee rechnen. Der Wasserstand vom Österdalälven lag zirka 1,5 Meter über normal. Boote, Stege, Bäume, Sträucher lagen im oder standen im Wasser. Sah ziemlich chaotisch aus und war definitiv nicht optimal zum Angeln.

Nach meiner Schätzung befinden sich rund 100 Häuser verteilt in Kringelfjorden, von denen zum Zeitpunkt unseres Urlaubs nur zirka 10% belegt waren. Nur ein kleiner Teil der Häuser wird übrigens vermietet. Oft kommen die Besitzer auch selbst dorthin. Wir hatten das Glück, dass unser "Nachbar" (ein Renter Ehepaar aus Sandviken) auch gerade vor Ort war. Wir bekamen ein paar Tipps, wo man am besten Angeln kann. Zirka 2 km entfernt im Wald, lagen drei kleinere Seen dicht beisammen - Långtjärnen, Lilltjärnen und Strortjärnen. Ausserdem gibt es zwischen Särna und Idre noch die Seengruppe Larstjärnarna, die sich allerdings in Privatbesitz befindet. Dort werden regelmässig Edelfische eingesetzt. Betrieben wird das Ganze sogar von einem Deutschen, den wir auch getroffen haben. Der normale Särna-Idre Angelschein gilt dort allerdings nicht. Ihr müsst eine 24-Stunden Karte für rund 25 Euro pro Person kaufen, mit der ihr 2 Fische fangen dürft. Weitere Fische werden dann nach Gewicht bezahlt. Kostet also in etwa genau so viel wie der Särna-Idre Angelschein für eine ganze Woche, den ich vor Urlaubsbeginn schon für alle gekauft hatte. Den Särna-Idre Angelschein kann man übrigens direkt online kaufen, ausdrucken und mitnehmen. Kein Problem.

Die meiste Zeit haben wir also am Strortjärnen verbracht. Insgesamt haben wir 3 Fische gefangen. Zwei Saiblinge (Öring) und einen Barsch. Das geniale ist, dass sich an vielen Seen dort oben kleine, offene Holzhütten mit einer Feuerstelle davor befinden. Sogar Feuerholz liegt bereit, wer auch immer dass dort bereitstellt. Wir konnten also nicht nur Angeln, sondern auch Lagerfeuer machen, Würstchen grillen und ein paar Schnäpse zu uns nehmen. Achtung - wie bereits angesprochen, sind einige Seen in privatem Besitz. Es ist aber immer ausgeschildert, falls dort Angeln verboten ist. In Idre gibt es übrigens einen sehr guten Angelladen, falls mal etwas von der Ausrüstung kaputt geht. Viele Einheimische Angeln übrigens mit Fliege. Wir hatten auch mit Haken und Wurm unsere Erfolge.

Der Bungalow war übrigens super und sehr auf deutsche Gäste ausgerichtet. Es gab sogar deutsches Fernsehen via Satellit, was wegen des Championsleague Finals ganz gut war. Deutsches Fernsehen haben wir nicht mal zuhause. Über Hemnet findet man übrigens einige Fritidshäuser in der Gegend zum Kauf. Kostenpunkt inklusive Ausstattung je nach Grösse und Alter zwischen 500.000 und 1.000.000 SEK. Die Sommersaison fängt in Idre eigentlich erst im Juni/Juli richtig an, wie wir auf unseren Ausflügen feststellen mussten. Das Besucherzentrum im Fulufjällets Nationalpark hatte beispielsweise noch geschlossen. Zum Njupeskärs Wasserfall konnte man natürlich trotzdem laufen. Vom Parkplatz nimmt man einen 2 km langen, einfachen Wanderweg, der einen bis an den Njupeskärs ranführt. Der Wasserfall ist super beeindruckend! Ich würde spontan sagen, beeindruckender als die Wasserfälle im Zion oder Yosemite Nationalpark in den USA. Allerdings war auch grad Schneeschmelze. Es kam ordentlich Wasser den Felsen runter. Unser zweiter Ausflug zum Grövelsjön, der 50 km hinter Idre liegt, war ernüchternd. Ich wollte eigentlich den deutschen Heinkel Bomber finden, der dort immer noch sichtbar im Wasser liegt. Der See, der sich über die Grenze nach Norwegen erstreckt, war aber teilweise noch mit Eis bedeckt. Die einzige Möglichkeit das Flugzeug zu sehen, ist vom Boot aus, da keine Strassen dort hin führen. Die Ausflugsboote fahren aber auch erst ab Juli, schade. Alles in allem trotzdem ein genialer Urlaub, den wir sicher wiederholen werden.