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Samstag, 12. Januar 2008

Konto und Ausweis in Schweden

Wie bereits in mehreren anderen Blogs und Foren ausgiebig diskutiert, gehört es zu den härtesten Prüfungen in Schweden als Nicht-Schwede ein Bankkonto zu eröffnen. Wenn dem nicht so wäre und man die freie Wahl hätte, dann würde man sicherlich zur Swedbank gehen. Diese Bank ist in Schweden am meisten verbreitet, hat die meisten Automaten und die Gebühren sind niedriger als bei anderen Geldinstituten. Mit erfrischender Blauäugigkeit hatten wir uns also im letzten Dezember auf den Weg zur Swedbank Filiale in der Nähe vom Stockholmer Segels Torg gemacht. Das Gespräch mit der Bankmitarbeiterin dauerte ungefähr eine Minute. Danach war klar, dass wir entweder einen schwedischen Ausweis - die so genannte ID-Kort - benötigen oder eine Bestätigung darüber, dass mein Arbeitgeber Bwin Kunde der Swedbank ist.

Leider erhält man als Ausländer nur durch die eigene Bank die Chance einen schwedischen Ausweis zu erhalten. Im Fall der Swedbank beißt sich die Katze also in den eigenen Schwanz. Uns blieb also nichts weiter übrig als zur nächsten Bank zu gehen. Die zweite Wahl war für mich damals die SEB Bank, die auch in Deutschland zahlreiche Filialen betreibt. Die SEB hat etwas höhere Gebühren als die Swedbank und ähnlich viele Geldautomaten. Das mit den Gebühren habe ich im Übrigen auch nur gehört und noch nicht selbst verglichen - Asche auf mein Haupt.

Wir also rein in die SEB Filiale am Segels Torg und erstmal Nummer ziehen, wie überall in Schweden. Was auch echt ungewöhnlich ist, die Gespräche mit dem Bankangestellten werden grundsätzlich im Stehen am Schalter geführt. Ich schätze das ist auch nicht anders, wenn man beispielsweise einen Kredit aushandeln möchte. Im schlimmsten Fall kann sich so ein Gespräch also schon mal eine halbe Stunde hinziehen, was natürlich für die anderen Wartenden sehr unschön ist.

Jedenfalls wir hin an den Schalter und gefragt ob wir ein Konto eröffnen können. Es war zum Glück bei der SEB auch ohne Ausweis möglich, da ich alle anderen Unterlagen bei hatte. Vom Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Aufenthaltsgenehmigung und Ausweis hat sich die freundliche Mitarbeiterin gleich eine Kopie gemacht. Das Konto ist prinzipiell kostenlos, allerdings kostet die Maestro-Card 15 SEK im Monat, was immer noch günstiger ist als mein Konto bei der Berliner Sparkasse. In Schweden ist es leider so, dass man zunächst ganz unten anfangen muss. Man bekommt das kleinste Konto ohne Onlinebanking und muss für jede Überweisung in die Filiale rennen. Das zumindest dachte ich zu diesem Zeitpunkt, denn in der Filiale sagt man mir, dass ich erst nach 3 Monaten ein besseres Konto bekommen könne.

Ich wollte trotzdem nichts unversucht lassen und bin am nächsten Tag zu einer anderen Filiale am Globen gefahren um dort noch mal wegen Onlinebanking und Ausweis von der SEB Bank nachzufragen. An dieser Stelle sollte man auch erwähnen, dass die meisten Banken in Stockholm nur von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr offen haben. Wenn man einen Job hat, kann man eigentlich nur in der Mittagspause zur Bank gehen. Jedenfalls konnte ich in dieser SEB Filiale auf einmal einen Zugang zum Onlinebanking erhalten. In Schweden bekommt man dafür einen so genannten "Digi-Pass". Das ist ein zirka 5 cm hoher und 3 cm breiter Kasten mit einem Ziffernblock. Das Teil dient zur Authentifizierung und ersetzt gleichzeitig die TAN Liste. Das Einloggen funktioniert so. Man gibt seine Personnummer im ersten Feld ein und startet den "Digi-Pass". Um den "Digi-Pass" zu verwenden muss man ein Passwort eingeben, das man einmalig in der Filiale bei Übergabe des Geräts festlegt. Anschließend muss man zwei Zahlen von der Webseite in das Gerät tippen und bekommt dafür eine dritte Zahl zurück. Die gibt man im zweiten Feld der SEB Bank Anmeldeseite ein und schon ist man drin. Genauso funktionieren im Prinzip die Internet Überweisungen.

Soviel zum Thema Internet Banking. Beim Ausweis konnte uns die SEB Bank Filiale am Globen leider auch nicht weiter helfen. Wenn man als Kunde eine ID-Kort der SEB Bank haben möchte, muss man nämlich einen anderen SEB Bank Kunden mitbringen, der bereits einen Ausweis hat. Das muss nicht zwangsläufig ein Verwandter sein. Dummerweise kennt man ja als Neu-Schwede noch nicht so viele Leute. Hier bieten sich Arbeitskollegen an. Meine nette Auswanderungshelferin wollte mit übrigens für die Begleitung zur SEB Bank schlappe 250,- Euro berechnen, worauf ich dankend abgelehnt habe. Wer wirklich niemanden kennt wie wir, der kann einfach mal eine Nachricht in eines der vielen Schweden Foren schreiben. Genau so haben wir es auch gemacht und wirklich jemanden gefunden, der sich mit uns am nächsten Tag treffen wollte und letztendlich für uns gebürgt hat. Zusammen mit dem Antrag auf einen schwedischen Ausweis ist auch gleichzeitig die Gebühr von rund 30 Euro fällig. Es empfiehlt sich vorher noch Paßfotos machen zu lassen, am besten auch in Schweden. Es dauert ungefähr 4 Wochen bis die Ausweise fertig sind. Zuerst bekommt man ein Schreiben von der Plastikkarten Firma, die einem mitteilen das die ID-Karten fertig sind. Zur Bank sollte man aber erst gehen, wenn man von dieser direkt informiert wurde.

Noch ein paar allgemeine Informationen. In Schweden gibt es keine separaten BLZ (Bankleitzahlen). Der Bankcode ist in der Kontonummer enthalten. Wenn nach der Kontonummer gefragt ist, reicht also eine einzige Nummer. Allerdings sehe ich auch noch nicht bei allem durch. Begriffe wie E-Faktura (E-Rechung) oder Autogiro sind für mich bisher böhmische Dörfer geblieben. Das Bezahlen von Rechnungen ist ansonsten aber ganz einfach. Die Kontonummer des Empfängers gibt man bei "Bankgiro" oder "Plusgiro" an. Keine Ahnung wo der Unterschied ist. Auf einigen Rechnungen steht eine so genannte OCR-Nummer. Das ist ein eindeutiger Rechnungscode, der nur einmal in einer Überweisung verwendet werden kann. Aus dem OCR Code wird automatisch der Verwendungszweck abgeleitet, was ganz nett ist. Hat man keinen OCR Code, kann man auch selbst einen Verwendungszweck eingeben. Dann noch Überweisungstag und Summe eingeben und mit dem "Digi-Pass" bestätigen - fertig ist der Lack.

Kommentare:

  1. Ich hatte damals das Glück, dass es bei der SEB Studentenkonten für Auslandsstudenten gab. Das hat mir viel Stress erspart.

    Der DigiPass ist übrigens eine Sache der SEB - die anderen Banken benutzen andere Systeme. Nordea hatte meines Wissens sogat das aus Deutschland bekannte PIN/TAN-Verfahren, das aber jetzt wohl abgeschafft wurde zugunsten eines DigiPass-ähnlichen Systems.

    Das mit dem Bankcode ist auch eher SEB-typisch - bei anderen Banken ist das teilweise ein fester für alle Konten und die Kontonummer selbst ist die Personnummer.

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  2. Ich denke, bei der ICA Bank geht es am einfachsten.

    Hier kann man zu einem Konto via Internet kommen, vorausgesetzt man hat eine Personnummer. Dabei ist auch schon Online Banking.

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  3. Hier ist nochmals der Link zur ICA Bank

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  4. Zum Thema Ausweis sollte ich vielleicht noch anmerken, dass die schwedische ID-Card (Ausweis) nicht als Nachweis am Flugplatz ausreicht. Als ich der netten Ryanair Dame meine SEB ID-Kort vorlegte, bekam ich nur ein Kopfschütteln als Antwort. Zum Glück hatte ich noch meinen deutschen Personalausweis dabei (auf dem die Adresse ja eigentlich gar nicht mehr stimmt). Wenn die Schweden fliegen, nehmen sie immer ihren richtigen (weinroten) Pass mit.

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  5. Bezug auf Bankkonto. Ich kann den von Reik geschilderten Vorang nicht nachvollziehen und bestätigen. Ich bin Swedbankkunde und habe ein Konto eröffnet und das ohne schwedischen Ausweis,sprich ID Kord.
    Auch Onlinebanking und Visacard waren sofort möglich. Der "nummernlapp" ist OK und wenn man ein Gespräch im Sitzen wuenscht und nicht am Schalter so sagt man es dem Bankangestellten. In Schweden muss man ganz einfach Dinge akzeptieren, die anders sind als in Deutschland. Für machen Deutschen in Schweden wäre es besser, wenn er zu Hause geblieben wäre. Ansonsten macht man solche und solche Erfahrungen.

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  6. Flame! Wie gesagt, dass mit der Swedbank hat sich so zugetragen. Wenn es bei Dir anders war, beweist das ja eigentlich nur, dass es kein einheitliches Verfahren/Vorgehen gibt und vieles davon abhängt welchen Bankberater du erwischst. Ich würde trotzdem lieber am Tisch sitzen und über die Kontoeröffnung schnacken als mir die Beine in den Bauch zu stehen und nur weil hier einige Sachen anders sind, muss ich sie ja nicht uneingeschränkt toll finden. Hab ja wohl schon genügend Dinge benannt die besser sind in .se

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  7. Hej,

    ein Bankkonto bei einer schwedischen Filialbank zu bekommen, ist aus meiner Erfahrung nicht so einfach. Wir hatten keine Lust der örtlichen Handelsbanken alle möglichen Belege zu bringen und haben ein Konto bei der Online-Bank Skandiabanken eröffnet. Dort fallen bis auf die Bankkarte keine Kosten an, Antragsstellung erfolgt online (Personnummer vorausgesetzt) und die Hotline ist sehr hilfsbereit. Einziges Manko ist, dass wir nur eine VISA Electron- und keine richtige VISA-Karte erhalten haben, was beim Online-Shopping teilweise Probleme macht.
    Warum alle Auswanderer so verrückt nach den schwedischen ID-Kort sind, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Bislang hatte ich mit dem deutschen Personalausweis oder Führerschein (Plastikkarte) überhaupt keine Probleme.

    Hälsningar
    Daniel

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  8. Macht euch nie n Konto bei der SEB! Da zahlt man nur gebühren ohne Ende! Jedes Mal wenn man mit der EC-Karte zahlt 1€, jedes mal wenn man an einem anderen automaten geld abhebt: 4€.
    also: niemals SEB! Es hat viel zu wenig automaten in stockholm.

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  9. Huch? Hast Du ein deutsches Konto bei der SEB Deutschland? Wenn überhaupt sind die Gebühren in SEK nicht in Euro. Wenn ich mit schwedischer EC-Karte von der SEB Schweden etwas bezahle, fallen keine Gebühren an. Automaten gibt es eigentlich auch genug und das man Gebühren zahlt wenn man bei einer fremden Bank Geld abhebt, ist auch normal.

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